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Krankheitssymptomatik durch filamentöse Biofilme (2006-2026)

Biofilm Hautsymptome



Die meisten Symptome sind multisystemisch und betreffen nicht nur die Haut. Sie werden hauptsächlich mit Bazillen wie B. thuringiensis, B. megaterium und anderen eng verwandten Bazillen aus der Bacillus-cereus-Gruppe in Verbindung gebracht. Teilweise wurde auch Agrobacterium tumefaciens (Rhizobium radiobacter) nachgewiesen. Bakterielle Enzyme, insbesondere von B. thuringiensis (BT), verursachen Gewebe- und Kollagenschäden und können allergische Reaktionen auslösen.

Quelle: BT-Produkte besitzen eine inhärente Fähigkeit menschliche Zellen in freier und interaktiver Form zu lysieren

B. cereus ist zudem dafür bekannt, Bakteriämien, bakterielle Lungenentzündungen, Meningitis, Hirnabszesse, Endophthalmitis, okuläre Keratitis, nekrotisierende Haut- und Weichteilinfektionen, Osteomyelitis, Pyelonephritis sowie Endokarditis verursachen zu können.


Quelle: Bacillus-cereus-Endokarditis: Ein Fallbericht und eine Literaturübersicht

Dokumentierte Fälle humaner multisystemischer Erkrankungen nehmen zu. Bacillus cereus und Subvarianten wie B. thuringiensis produzieren verschiedene Toxine sowie proteolytische Enzyme (z. B. Cereulide, HlyII, Nhe, Hbl). Frühere Infektionsfälle z. B. durch Bacillus cereus sind als Ursachen von Lebensmittelvergiftungen und Gewebeschäden gut dokumentiert. Aktuelle Infektionsfälle weisen jedoch auf ein schwerwiegenderes Krankheitsbild hin als lediglich Magen-Darm-Erkrankungen.

Quelle: Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit infolge einer Exposition gegenüber B. thuringiensis

Quelle: Schnell zum Tod führende Infektion mit Bacillus cereus/thuringiensis

Von dieser Erkrankung betroffen sind insbesondere Menschen und Tiere mit langanhaltendem Stress, Traumata oder chronischen Erkrankungen (z. B. Stoffwechselerkrankungen), die zu einer insuffizienten oder chronischen Stress- bzw. HPA-Achsen-Dysfunktion sowie zu gastrointestinalen Erkrankungen (Leaky Gut, Morbus Crohn, Ulcus/Helicobacter pylori, Reflux) geführt haben.


Weitere Risikofaktoren für eine Infektion sind langandauernde Antibiotikatherapien mit nachfolgender Störung der Darmflora infolge chronischer Infektionen (z. B. Borreliose, Syphilis oder Chlamydien) sowie langjährige Erkrankungen wie Krebs, Zöliakie oder Diabetes. Diese Faktoren können potenzielle Eintrittspforten für die Bakterien schaffen und eine persistierende Infektion begünstigen.

Ein großer Teil der Krankheitssymptomatik (kutan, subkutan und systemisch) wird nach dieser Auffassung durch Biofilm-Blebs, hyaline, schwarze oder farbige polysaccharide Filamente sowie aktivierte Sporen verursacht, teilweise auch durch nachfolgende Sekundärinfektionen.


Alle Varianten der Bacillus-cereus-Gruppe besitzen ähnliche Eigenschaften. Je nach Untervariante können diese jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt sein und als Überlebensstrategie dienen. Dies kann sich in einer höheren Virulenz oder einer gesteigerten Infektiosität infolge von Mutationen oder epigenetisch aktivierten Eigenschaften äußern. Als schwerwiegendste Variante gilt Bacillus anthracis.

Filamente manifestieren sich insbesondere unter Stresszuständen, durch

Schwitzen oder externen Druck auf das Lymphsystem, vermehrt auf der Haut. 



Hauptsymtomatik:

Dermatitis, Hautpusteln, Blasen, Bläschen, Knötchen, Schwellungen, Krabbelgefühle auf oder unter der Haut, leichter bis starker Juckreiz, rote Flecken oder Pünktchen, ekzemartige Hautareale, Depigmentierungsmuster, punktförmige Einblutungen (Petechien), Hämatome, Zellulitis, Hautverdünnung sowie Schleimbeutelentzündungen.
Weitere mögliche Symptome sind Ergrauen der Haare, Haarausfall, erweiterte oder aufgeplatzte Äderchen, partieller Gewebeschwund, Ohrenschmerzen und Ohrenentzündungen, Zahnwurzelentzündungen, Zahnfleischrückgang, Zahnausfall sowie Durchblutungsstörungen an Nase, Fingern, Ohren, Zehen und Genitalien.
Beschrieben werden zudem Muskelschwund, Veränderungen der Zunge („Zungenfraß“), wiederkehrende Schwellungen der Zunge, Bläschen an der Zungenspitze oder an den Zungenrändern, Mund- und Rachentrockenheit, Augenrötungen, Augenentzündungen, Katarakt (grauer Star), Lichtempfindlichkeit, räumliche Sehbeeinträchtigungen, verschwommenes Sehen sowie brennende und tränende Augen mit Fremdkörpergefühl.
Ebenfalls genannt werden geschwollene oder hängende Augenlider, Schwellungen des Tränensacks, Ödeme an Füßen, Beinen und im Gesicht, chronische Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Entzündungen der Finger oder Handgelenke, Nackensteifigkeit sowie eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit.
Zu den weiteren Beschwerden zählen Muskelzuckungen und -krämpfe, Gleichgewichtsstörungen, chronisch zäher oder asthmatischer Husten, Gelenk-, Rücken- und Gliederschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Asthma, Bluthochdruck, Herzschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufschwäche sowie häufige Kopfschmerzen.
Darüber hinaus werden Nerven- und Muskelentzündungen, hormonelle und vegetative Funktionsstörungen, Arthrosen, hervortretende Venen, Gedächtnisstörungen, Depressionen, Angstzustände, Panikattacken, Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit beschrieben.
Weitere genannte Befunde sind Thrombosen, Anämie sowie Mängel an Eisen, Vitamin D, Vitamin B1, Vitamin B6, Vitamin B12, Serotonin und Folsäure. Ebenfalls aufgeführt werden geschwollene Lymphknoten, Brustdrüsenschwellungen, interstitielle Zystitis, Tinnitus, Sinusitis, Blähbauch, Fibromyalgie sowie Symptome, die an Multiple Sklerose oder Alzheimer erinnern.
Zusätzlich werden Endokarditis, Herzinfarkt, Schlaganfall, Neuropathien, Taubheitsgefühle in Fingern, Gesicht, Armen und Beinen, Hitzewallungen oder Kälteempfindlichkeit, starke Gewichtszu- oder -abnahme, Autoimmunerkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 sowie verschiedene Krebserkrankungen, darunter Bauchspeicheldrüsenkrebs und andere Tumorerkrankungen, genannt.

Symptome ca. 1.- 3. Monat: 

Im frühen Erkrankungsstadium werden nach Krankheitsbeginn häufig zunächst nur wenige Hautveränderungen wahrgenommen, beispielsweise vereinzelte stechende Hautempfindungen, Pusteln, Bläschen oder leichter Juckreiz. Gleichzeitig können an den Hautporen, insbesondere in Bereichen mit erhöhter Schweißproduktion, sehr kleine schwarze punktförmige Strukturen („Fadenknäuel“) sichtbar werden, die aus den Poren hervorzutreten scheinen.

In der Frühphase werden zudem vereinzelt systemische Entzündungsreaktionen beschrieben, darunter Fieber, Schüttelfrost, ausgeprägte Abgeschlagenheit, Neuropathien sowie Muskel- und Gliederschmerzen. Diese Symptomatik ähnelt unspezifischen Entzündungs- oder Infektionsreaktionen, wie sie auch bei einer Bakteriämie auftreten können.

Zu den anfänglich berichteten Beschwerden gehören außerdem Schwellungen der Füße, die möglicherweise mit Flüssigkeitseinlagerungen (Ödemen) oder Veränderungen des Lymphsystems in Zusammenhang stehen. Betroffene schildern darüber hinaus häufig ein subjektives Empfinden, das mit dem Kontakt zu Glaswolle verglichen wird und als stechend, prickelnd oder stark irritierend wahrgenommen wird.

Häufig werden zudem Kribbel-, Juck- oder Missempfindungen im Bereich von Nase, Mund und Augen sowie diffus über Gesicht und behaarte Kopfhaut beschrieben. Als mögliche Ursache wird eine Reizung sensibler Nervenstrukturen diskutiert. Nach der hier vertretenen Hypothese könnten filamentöse Biofilmstrukturen an der Entstehung dieser Sensationen beteiligt sein. Die beschriebenen Empfindungen werden von Betroffenen häufig mit dem Gefühl verglichen, durch feine Spinnweben berührt zu werden.

Für viele Betroffene erscheint die Vorstellung ungewöhnlich, dass bakterielle Filamente aktive Bewegungen oder kontraktionsähnliche Veränderungen zeigen könnten. In diesem Zusammenhang wird auf mikroskopische Beobachtungen filamentöser Biofilmstrukturen hingewiesen. Als Beispiel wird ein wissenschaftlicher Videobeitrag des US-Mikrobiologen Mendelson genannt, in dem Bewegungen filamentöser Strukturen von Bacillus subtilis dokumentiert werden.

Motions caused by Bacillus subtilis macrofibres result in new forms of movement of the multicellular structures (Mendelson et al., Microbiology)

Eine spätere Ausbreitung ist über den Gastrointestinaltrakt sowie möglicherweise über das Lymph- und Gefäßsystem in andere Körperregionen denkbar. Je nach Expositionsweg und individuellem Verlauf können sich die beschriebenen filamentösen Strukturen in der Initialphase später auch auf den Augen-, Mund-, Nasen- oder Rachenbereich ansiedeln.

Im Bereich des Darms können entzündliche Veränderungen der Schleimhaut sowie ulzerative Läsionen auftreten. Die beschriebenen Biofilmstrukturen und assoziierten Bakterien werden dabei in unterschiedlichen Kompartimenten vermutet, darunter Dünn- und Dickdarm, das Lymphsystem, subkutanes Gewebe sowie Hautporen.

Kutane Manifestationen können in ihrer Ausprägung erheblich variieren und zeitweise stärker oder schwächer in Erscheinung treten. Nach dieser Auffassung stellen Hautveränderungen daher kein alleiniges oder verlässliches Kriterium für die Diagnosestellung dar. Vielmehr wird das Krankheitsbild als potenziell systemische Erkrankung mit Beteiligung mehrerer Organsysteme betrachtet, deren klinische Manifestationen über die Haut hinausgehen können.

Biofilme, schwarze Pünktchen auf der Haut

Zusätzlich zu den ersten Hautsymptomen treten auch Schwellungen in den Füßen auf

Öfters bilden sich auch Hämatome mit dunklen Arealen an den Füssen

morgellons-foot-wounds

Hyperplasie durch Biofilm und Lymphstau

biofilm-foot-fibers

Hyperplasie Nahaufnahme mit sichtbaren Biofilm-Filamenten

biofilm-finger

Hyperplasie-Wucherung am Fingernagel

Geschwüre im Darmbereich


Symptome ca. 3.- 12. Monat: 

Im zweiten Erkrankungsstadium können zunehmend größere Hautareale betroffen sein. Beschrieben werden eine Zunahme von Pusteln, Quaddeln, Bläschen, papulösen Exanthemen sowie teilweise ausgedehnte ekzemartige Hautveränderungen. Gleichzeitig wird vermehrt das Auftreten kleiner schwarzer punktförmiger Strukturen („Filamentbündel“) beschrieben, die aus Hautporen hervorzutreten scheinen.

Im weiteren Verlauf können erste Anzeichen neurologischer Beteiligungen wahrgenommen werden. Hierzu zählen insbesondere Missempfindungen, neuropathische Beschwerden sowie entzündungsartige Schmerzen im Schulter- und Rückenbereich. Zusätzlich werden Muskelkrämpfe, vor allem an den Beinen, berichtet.

Begleitend können allgemeine systemische Beschwerden auftreten, darunter fieberähnliche Zustände, Schüttelfrost, ausgeprägtes Krankheitsgefühl sowie eine verminderte Belastbarkeit. Darüber hinaus werden vereinzelt Tinnitus sowie ophthalmologische Beschwerden beschrieben, darunter verschwommenes Sehen, eine subjektiv verminderte Sehschärfe und andere Sehstörungen.

Die beschriebenen filamentösen Strukturen werden von Betroffenen in frühen Krankheitsphasen mitunter zunächst im Bereich der Augenwinkel, Augenlider, Nasennebenhöhlen oder Gehörgänge beobachtet. Hautmanifestationen können dabei individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und reichen von diskreten Veränderungen bis hin zu ausgeprägten entzündlichen Hautreaktionen. Nach dieser Auffassung hängt das Ausmaß der Hautsymptomatik wesentlich von der individuellen Immunantwort des Betroffenen ab.

Als möglicher Mechanismus wird eine überwiegend histaminvermittelte, nicht primär IgE-vermittelte Entzündungs- bzw. Überempfindlichkeitsreaktion auf bakterielle Enzyme, Stoffwechselprodukte oder andere mikrobielle Bestandteile diskutiert. Personen mit erhöhter Mastzellaktivität, Histaminintoleranz, Histaminose oder verwandten Störungen des Histaminstoffwechsels könnten daher eine stärkere kutane Symptomatik entwickeln. Dies könnte sich in verstärktem Juckreiz, Rötungen, Quaddelbildung, Schwellungen oder anderen entzündlichen Hautreaktionen äußern.



Ausgeschwitzte schwarze Morgellons-Filamente Pünktchen

Ausgeschwitzte schwarze Pünktchen (Filamentknäuls) unter der Achsel



Symptome ca. 12. - 36. Monat:
 

Nach Angaben von Betroffenen berichten etwa 30 % von längeren Behandlungen mit Antibiotika, Antihistaminika oder hautdesinfizierenden Präparaten. Diese Personen beschreiben häufig eine Abnahme der Hautsymptomatik, während neurologische Beschwerden und andere langfristige systemische Symptome teilweise unverändert bestehen bleiben oder sich verschlechtern. Demgegenüber geben etwa 70 % an, keine oder nur kurzzeitige antibiotische Behandlungen erhalten zu haben; in dieser Gruppe wird häufiger über eine raschere Verschlechterung der Gesamtsymptomatik berichtet.

Bei ausgeprägter Hautbeteiligung wird häufig ein starker bis unerträglicher Juckreiz beschrieben, der bevorzugt in Arealen mit hoher Dichte an Schweißdrüsen und Terminalhaaren auftritt. Betroffene berichten, dass die Intensität der Beschwerden durch hormonelle Schwankungen, Stressreaktionen sowie vermehrtes Schwitzen beeinflusst werden kann. Wiederkehrende Ausschüttungen von Stresshormonen und eine gesteigerte Schweißproduktion werden dabei als mögliche Verstärkungsfaktoren der lokalen Symptomatik angesehen.

Die Ausprägung der Beschwerden scheint zudem von Umwelt- und Individualfaktoren abhängig zu sein. Insbesondere verstärktes Schwitzen sowie hormonelle oder neurologische Funktionsstörungen werden als mögliche Einflussgrößen genannt. Viele Betroffene berichten über eine Zunahme der Symptome während der Nachtstunden. Aufgrund der möglichen Bedeutung neuroendokriner Faktoren wird eine Untersuchung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) diskutiert, da sowohl erhöhte als auch erniedrigte Cortisolspiegel Auswirkungen auf Immunfunktion und Entzündungsprozesse haben können. Im weiteren Verlauf können zudem erste Anzeichen peripherer Durchblutungsstörungen auftreten, beispielsweise kalte Hände, Ohren oder eine kalte Nasenspitze.

Die Hautmanifestationen treten nach den vorliegenden Beobachtungen bevorzugt in Bereichen mit erhöhter Schweißproduktion auf. Die betroffenen Körperregionen variieren jedoch individuell und können unter anderem Kinn, Nase, Stirn, Wangen, Gürtelregion, Hände oder Füße umfassen.

Häufig wird außerdem ein vorzeitiges Ergrauen der Haare beschrieben. Darüber hinaus werden die Bildung von Bindegewebsknötchen und granulomatösen Veränderungen der Haut, Mundschleimhaut oder Lunge sowie Depigmentierungsstörungen mit umschriebenen hellen Hautarealen berichtet. Als mögliche Ursache wird eine Schädigung oder ein Verlust von Melanozyten diskutiert. Nach dieser Auffassung können schwere immunsuppressive Einflüsse, Mangelernährung sowie sekundäre bakterielle Infektionen infolge wiederholter Hautverletzungen oder Kratzläsionen zu einer zusätzlichen Verschlechterung des Krankheitsbildes beitragen.

Im fortgeschrittenen Verlauf wird von einer weiteren Zunahme der Symptomatik berichtet. Beschrieben werden ausgedehnte ekzematöse Hautveränderungen, großflächige erythematöse Areale sowie ein Verlust von Terminalhaaren an Kopfhaut, Augenbrauen, Wimpern und Extremitäten. Nach Angaben von Betroffenen kann in einzelnen Fällen später erneut Haarwachstum beobachtet werden.

Ferner wird ein fortschreitender Verlust von Kollagen sowie von Binde- und Stützgewebe diskutiert. Dies könnte zu einer verminderten Hautelastizität und vorzeitigen Hautalterung beitragen. Nach der hier vertretenen Hypothese könnten degenerative Veränderungen des Bindegewebes auch innere Organe und Blutgefäße betreffen.

Als potenzielle Spätfolgen werden Gefäßveränderungen wie Aneurysmen, Thrombenbildungen und andere vaskuläre Komplikationen diskutiert. Daraus könnten sich schwerwiegende Ereignisse wie Herzinfarkt, Lungenembolie, Schlaganfall oder Komplikationen im Bereich großer Blutgefäße ergeben. Darüber hinaus wird die Hypothese vertreten, dass chronische Entzündungsprozesse langfristig zur Entstehung neoplastischer Veränderungen beitragen könnten.

morgellons hautsymptome nacken

Im weiteren Krankheitsverlauf werden häufig eine allgemeine körperliche Schwäche, Kurzatmigkeit sowie eine verminderte körperliche Belastbarkeit beschrieben. Diese Beschwerden können von ausgeprägter Erschöpfung begleitet sein und in ein chronisches Fatigue-Syndrom übergehen. Begleitend werden Konzentrationsstörungen, erhöhte Reizbarkeit, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsprobleme sowie eine subjektiv verminderte geistige Leistungsfähigkeit berichtet.

Weitere häufig genannte Symptome sind Lymphknotenschwellungen, diffuser oder umschriebener Haarausfall, eine verstärkte Faltenbildung der Haut sowie verschiedene ophthalmologische Beschwerden. Hierzu zählen insbesondere Sehstörungen, verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit und in Einzelfällen Hornhauttrübungen oder andere Veränderungen der Augenoberfläche.

Neurologische Beschwerden können sich durch Kribbelgefühle (Parästhesien), Brennen, Missempfindungen oder Taubheitsgefühle der Extremitäten äußern. Im weiteren Verlauf werden zudem Muskelverspannungen, Verhärtungen entlang von Nervenbahnen sowie Veränderungen der Muskelfaszien und des Bindegewebes beschrieben.

Die Haut kann im Krankheitsverlauf zunehmend strukturelle Veränderungen aufweisen. Hierzu zählen eine unregelmäßige Hautdicke, cellulitisartige Veränderungen, atrophische und erythematöse Hautareale, verdünnte Hautregionen, Krustenbildung sowie schuppende Läsionen. In einigen Fällen werden Hautveränderungen beschrieben, die klinisch an eine Acrodermatitis chronica atrophicans erinnern können. Ebenso werden lokale Gewebeverdickungen (Hyperplasien) und andere Umbauprozesse der Haut beobachtet.

Darüber hinaus wird von einer beschleunigten Hautalterung berichtet. Zu den beschriebenen Veränderungen zählen eine papierartige Hautstruktur, verstärkte Faltenbildung, verminderte Hautelastizität, Verlust von Kollagen- und Bindegewebe, Gewebsatrophie sowie das Absinken oder Erschlaffen betroffener Hautareale.

Extreme Hyperplasie an Schweißarealen wie z. b. an den Füßen

Durchaus kann sich später auch eine chronische Bindehautentzündung (Konjunktivitis) dazuentwickeln oder auch eine spätere Erblindung entstehen. Im unteren Link wird auch eine Augenhornhaut-Perforation von Ärzten beschrieben!

Quelle: Universität of Alberta/Canada - Morgellons Erkrankung führte zu Cornea-Perforation und Denucleation

Gerötete Augen

Verschiedene Augenbeschwerden, darunter Keratitis, vorübergehende Reizungen der Augenoberfläche sowie Hornhauttrübungen (Cornea), werden als mögliche Begleiterscheinungen beschrieben. Nach der hier vertretenen Hypothese könnten solche Veränderungen teilweise durch bakterielle Stoffwechselprodukte, Enzyme oder entzündliche Prozesse hervorgerufen werden.

Einige Betroffene berichten zudem, bei Blick auf helle oder einfarbige Hintergründe fadenförmige Strukturen oder Einschlüsse im Bereich des Gesichtsfeldes wahrzunehmen. Diese Beobachtungen werden von den Betroffenen teilweise der Hornhaut (Cornea) zugeordnet. 



Längliche Einschlüsse/Perforationen der Augenhornhaut

Zur ophthalmologischen Diagnostik können fluoreszierende Kontrastmittel wie Fluorescein-Natrium eingesetzt werden. Präparate wie Minims Fluorescein werden routinemäßig verwendet, um Defekte oder Veränderungen der Augenoberfläche sichtbar zu machen. Nach Applikation des Farbstoffs lassen sich unter geeigneter Beleuchtung insbesondere Hornhautepithelschäden, oberflächliche Kratzer, Erosionen, Fremdkörperverletzungen oder andere Auffälligkeiten der Cornea besser erkennen.


Morgellons Augenperforierender Biofilm

Die hier beschriebenen Biofilmstrukturen können sich auch im Bereich der Augenlider, Tränensäcke, der Hornhaut (Cornea) sowie weiterer okulärer Gewebe ansiedeln. Als mögliche Ausbreitungswege werden ein Kontakt mit Tränen- oder Lymphflüssigkeit sowie eine direkte mechanische Übertragung, beispielsweise durch Berühren der Augen mit den Händen, diskutiert.

Im Zusammenhang mit einer möglichen okulären Beteiligung werden entzündliche Veränderungen des Auges beschrieben, darunter Keratitis (Hornhautentzündung), Uveitis (Entzündung der mittleren Augenhaut) sowie Konjunktivitis (Bindehautentzündung). Die Betroffenen berichten hierbei häufig über Augenrötungen, Schmerzen, Brennen, ein ausgeprägtes Fremdkörpergefühl sowie vermehrten Tränenfluss.

Zusätzlich können Sehstörungen auftreten, darunter eine verminderte Sehschärfe, verschwommenes Sehen und eine erhöhte Lichtempfindlichkeit (Photophobie). In fortgeschrittenen Fällen werden auch Veränderungen der Hornhauttransparenz sowie Linsentrübungen beschrieben, die mit einer Kataraktentwicklung vereinbar sein können. Eine genaue Differenzierung der zugrunde liegenden Ursachen erfordert jedoch eine fachärztlich-augenärztliche Untersuchung.



Großflächigen ekzematöse Areale und rote Flecken (Erythema migrans)




Schuppenflechtige Areale und Faltenbildung an Händen und Nacken im Spätstadum.  

Zusätzlich können sekundäre bakterielle oder fungale Ko-Infektionen auftreten, insbesondere durch opportunistische Mikroorganismen, die geschädigte Hautareale besiedeln. Nach dieser Auffassung können solche Begleitinfektionen zu einer weiteren Verschlechterung der Hautbefunde beitragen und entzündliche Prozesse verstärken.

Das klinische Erscheinungsbild der Haut wird von Betroffenen häufig als von krustigen Ekzemen, entzündlichen Hautveränderungen, Pusteln und oberflächlichen Hautdefekten geprägt beschrieben. In ausgeprägten Fällen kann die Haut verdickt, unregelmäßig strukturiert oder teigig erscheinen. Ein Teil dieser Veränderungen wird auf wiederholte mechanische Irritationen und Kratzläsionen infolge starken Juckreizes zurückgeführt.

Nach Angaben von Betroffenen können trotz subjektiv empfundener Hautbeteiligung teilweise nur wenige oder keine sichtbaren Entzündungszeichen wie Rötungen oder typische Hautläsionen erkennbar sein. Einige Betroffene berichten, dass bestimmte Strukturen unter UV- oder Schwarzlichtbeleuchtung besser sichtbar erscheinen. 

Im Genitalbereich werden die beschriebenen Veränderungen unterschiedlich häufig beobachtet. Bei Männern werden gelegentlich einzelne Pusteln oder lokale Hautveränderungen berichtet. Bei Frauen werden darüber hinaus Veränderungen im Bereich der äußeren Genitalien, der Vaginalschleimhaut sowie des Gebärmutterhalses beschrieben. Genannt werden dabei unter anderem Pusteln, punktförmige dunkle Einschlüsse sowie fadenförmige Strukturen. Die Ursachen solcher Befunde sollten grundsätzlich durch eine gynäkologische beziehungsweise urologische Untersuchung abgeklärt werden, da zahlreiche infektiöse, entzündliche oder dermatologische Erkrankungen ein ähnliches Erscheinungsbild verursachen können.

Insbesondere werden anthrax-ähnliche, kraterähnliche Wunden erzeugt, wie auch bekannt von B. megaterium.

 


Der Körper versucht fortlaufend, die beschriebenen Fremdstrukturen, über verschiedene Ausscheidungs- und Drainagesysteme, darunter Darm, Lymphsystem, Haut sowie Harnwege auszuscheiden. In diesem Zusammenhang werden von Betroffenen vermehrt Nieren- und Blasenbeschwerden sowie häufiger Harndrang beschrieben. Diese Symptome treten nach Angaben der Betroffenen teilweise auch ohne Nachweis einer klassischen bakteriellen Harnwegsinfektion auf und werden auf lokale entzündliche oder mechanische Reizungen des Gewebes zurückgeführt. In einzelnen Fällen werden Beschwerden beschrieben, die einer interstitiellen Zystitis ähneln.

Bevorzugt betroffen sind nach dieser Auffassung feuchte Schleimhautbereiche, darunter Mundhöhle, Rachen, Zunge, Lippen, Nasenhöhle, Nasennebenhöhlen und Augen. Im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf werden diese Regionen von Betroffenen häufig als dauerhaft betroffen beschrieben. Darüber hinaus wird angenommen, dass entzündlich veränderte Gewebeareale mit erhöhtem Nährstoffangebot eine verstärkte mikrobielle Besiedlung begünstigen könnten.

Neben Schleimhäuten werden auch Hautporen als mögliche Besiedlungsorte beschrieben. Nach der hier vertretenen Hypothese können filamentöse Strukturen aus Hautporen oder Haarfollikeln hervortreten und die Hautoberfläche mit biofilmähnlichen Ablagerungen überziehen. Im weiteren Verlauf wird eine Einkapselung mikroskopischer Filamente im Gewebe diskutiert. Beschrieben werden zudem chronische Dermatitiden, Hyperpigmentierungen, Depigmentierungen, Lichenifikationen, Gewebsatrophien, Blasenbildungen, persistierender Juckreiz.

Ferner wird angenommen, dass chronische Entzündungsprozesse und anhaltende Stressreaktionen Auswirkungen auf das neuroendokrine System haben können. Diskutiert wird insbesondere eine Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) mit einer erhöhten Cortisolproduktion in frühen Krankheitsphasen. Als mögliche Begleiterscheinungen werden Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit sowie Veränderungen der Fettverteilung beschrieben.

Im weiteren Verlauf wird die Hypothese einer funktionellen Erschöpfung oder Dysregulation der HPA-Achse diskutiert. Betroffene berichten hierbei über Symptome wie chronische Erschöpfung, nicht erholsamen Schlaf, ausgeprägte Müdigkeit trotz ausreichender Schlafdauer, Gewichtsverlust sowie weitere Beschwerden, die mit endokrinen Funktionsstörungen vereinbar sein können. In diesem Zusammenhang werden auch Störungen der Hypophysen- und Nebennierenfunktion als mögliche Differenzialdiagnosen genannt.

Einige Betroffene berichten darüber hinaus über Veränderungen der Kribbel- oder Missempfindungen in Abhängigkeit von Umweltfaktoren wie elektronischen Geräten, elektromagnetischen Feldern oder anderen äußeren Einflüssen. 

Nach der hier vertretenen Auffassung weist das beschriebene Krankheitsbild einen chronischen und langsam fortschreitenden Verlauf auf. Als Vergleich werden langdauernde bakterielle Infektionen mit persistierenden oder rezidivierenden Symptomen herangezogen. In diesem Zusammenhang wird auf sogenannte Small-Colony-Variants (SCV) verwiesen, eine bakterielle Wachstumsform, die in der wissenschaftlichen Literatur mit chronischen und schwer behandelbaren Infektionen in Verbindung gebracht wird.

Weiterhin wird angenommen, dass eine Vermehrung der beschriebenen Mikroorganismen bevorzugt in vergleichsweise kühleren Körperregionen stattfindet, beispielsweise an der Hautoberfläche, in den Gehörgängen oder in den Nasennebenhöhlen. Die vorliegenden Abbildungen sollen nach dieser Interpretation ein filamentöses Wachstum aus Hautporen in Richtung Hautoberfläche sowie nachfolgende Struktur- und Kapselbildungsprozesse veranschaulichen.

Herauswachsende Filamente die sich mit Biofilmschleim verdicken




Biofilm auf der Haut und Filamente die sich mit Biofilm umgeben

Als potenzielle Risikofaktoren oder begünstigende Begleiterkrankungen werden verschiedene Zustände diskutiert, die mit einer Beeinträchtigung der Immunfunktion oder einer erhöhten Belastung des Organismus einhergehen. Hierzu zählen insbesondere immunsuppressive Erkrankungen, chronische bakterielle Infektionen, Viruserkrankungen, Mykosen, Krebserkrankungen sowie immunsuppressive oder zytotoxische Therapien, einschließlich Chemotherapie und langfristiger Kortikosteroidbehandlung.

Darüber hinaus werden endokrine Erkrankungen, chronischer psychischer oder physischer Stress, Autoimmunerkrankungen sowie Stoffwechselstörungen als mögliche Einflussfaktoren genannt. Hierzu gehören unter anderem Diabetes mellitus, Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto-Thyreoiditis), das Cushing-Syndrom sowie weitere Erkrankungen, die mit Veränderungen des Hormon- und Immunsystems verbunden sind.

Nach der hier vertretenen Auffassung könnten solche Grunderkrankungen oder Belastungsfaktoren die Anfälligkeit für eine Persistenz der beschriebenen mikrobiellen Strukturen erhöhen, die Immunabwehr beeinträchtigen oder den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen. Gleichzeitig stellen sie wichtige Differenzialdiagnosen dar, da viele der beschriebenen Symptome auch unabhängig von der hier diskutierten Erkrankung auftreten können.

Sehr oft tritt auch eine Schwellung der Zunge auf, oder mit tiefen Furchen. 

Zusätzliche virale, bakterielle oder mykotische Ko-Infektionen können die Immunabwehr weiter belasten und nach dieser Auffassung zu einer Verschlechterung des Krankheitsverlaufs beitragen. Darüber hinaus werden Autoimmunerkrankungen wie der systemische Lupus erythematodes (SLE), die Hashimoto-Thyreoiditis, das Raynaud-Syndrom oder das Sjögren-Syndrom als mögliche Begleiterkrankungen diskutiert. Ebenso wird ein Zusammenhang mit der Entstehung oder dem Fortschreiten von Tumorerkrankungen vermutet, wobei die zugrunde liegenden Mechanismen bislang nicht abschließend geklärt sind.

Nach der hier vertretenen Hypothese können die beteiligten Mikroorganismen über Blut- und Lymphbahnen in verschiedene Körperregionen gelangen. Als bevorzugte Manifestationsorte werden insbesondere periphere Gewebe und Schleimhautbereiche genannt, darunter Augen, Nase, Ohren, Haut, Haarfollikel,  Zahnfleisch, Nasennebenhöhlen, Zahnwurzelregionen, Brustwarzen sowie die äußeren und inneren Genitalorgane.

Die beschriebenen Haut- und Schleimhautveränderungen werden dabei auf lokale Entzündungsprozesse, mikrovaskuläre Veränderungen sowie Gewebereaktionen zurückgeführt. Betroffene berichten unter anderem über Hämatome, lokale Schwellungen, Rötungen und punktförmige Einblutungen. Auch im Bereich der Augen werden gerötete oder blutunterlaufene Gefäße beschrieben.

Im Zusammenhang mit einer möglichen Reexposition werden plötzlich auftretende stechende oder stichähnliche Hautempfindungen geschildert, die von lokalen Schwellungen und entzündlichen Hautreaktionen begleitet sein können. Solche Beschwerden werden von Betroffenen häufig mit Insektenstichen oder allergischen Hautreaktionen verglichen.

Im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf wird nach dieser Auffassung eine zunehmende Ausbreitung filamentöser Biofilmstrukturen im Gewebe diskutiert. Gleichzeitig werden Pusteln, papulöse Hautveränderungen und entzündliche Läsionen beschrieben, die an unterschiedlichen Körperregionen auftreten können. Als mögliche Ursache werden lokale Gewebereaktionen, Entzündungsprozesse und mikrobielle Stoffwechselprodukte angenommen.

Darüber hinaus berichten Betroffene über eine beschleunigte Hautalterung mit verstärkter Faltenbildung, Elastizitätsverlust der Haut und vorzeitigem Ergrauen der Haare. Neben den biologischen Faktoren wird auch die chronische psychische und körperliche Belastung durch die Erkrankung als möglicher Mitverursacher dieser Veränderungen angesehen.

Bei Tieren wird ebenfalls über schwere Krankheitsverläufe berichtet. Nach den vorliegenden Beobachtungen können chronische Entzündungsprozesse, anhaltende Belastungszustände und systemische Komplikationen langfristig zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes führen.

Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass hygienische Maßnahmen und der Umgang mit potenziell kontaminiertem Material einen Einfluss auf den Verlauf und die Ausbreitung der beschriebenen Strukturen haben könnten. Aus diesem Grund werden Maßnahmen zur Minimierung einer möglichen Weiterverbreitung mikrobieller Strukturen oder Sporen als wichtiger Bestandteil eines Präventions- und Hygienekonzeptes betrachtet.

Eine Übertragung der beschriebenen mikrobiellen Strukturen oder filamentösen Bestandteile kann über verschiedene Körperflüssigkeiten erfolgen. Genannt werden hierbei unter anderem Muttermilch, Speichel, Urin, Blut, Samenflüssigkeit, Vaginalsekret sowie eine mögliche Übertragung im Rahmen der Schwangerschaft über die Plazenta. Die tatsächliche Bedeutung und Häufigkeit solcher Übertragungswege bedarf jedoch einer wissenschaftlichen Bestätigung.

Weiterhin wird angenommen, dass sich die beteiligten Mikroorganismen bevorzugt in bereits vorgeschädigten oder entzündlich veränderten Geweben ansiedeln. Hierzu zählen nach dieser Auffassung Areale mit früheren Verletzungen, Narben, chronischen Entzündungen oder anderen strukturellen Gewebeveränderungen. Genannt werden unter anderem Operationsnarben, Knochenbruchstellen, Bandscheibenschäden, chronische Zahnwurzelentzündungen, Hautfalten, entzündliche Organveränderungen sowie Tumorgewebe.

Als möglicher Mechanismus wird diskutiert, dass geschädigte oder sich regenerierende Gewebe veränderte Stoffwechselbedingungen aufweisen und entzündungsbedingt vermehrt Abbauprodukte von Proteinen sowie andere Nährstoffe freisetzen können. Nach dieser Hypothese könnten solche Gewebeareale für bestimmte Mikroorganismen ein günstigeres Milieu darstellen und dadurch eine bevorzugte Besiedlung begünstigen.


Die beschriebenen mikrobiellen Strukturen können auch den Zahnhalteapparat und angrenzende Gewebe beeinträchtigen. Betroffene berichten über Zahnfleischrückgang (Parodontitis) Lockerungen oder den Verlust von Zähnen, Füllungen, Kronen und anderen zahnmedizinischen Versorgungen. Ebenso werden Als möglicher Mechanismus werden chronische Entzündungsprozesse sowie Gewebeveränderungen im Bereich der Zahnwurzeln, des Parodontiums und des umgebenden Bindegewebes diskutiert. Dabei wird darauf hingewiesen, dass Zähne, Knochen und die Hornhaut des Auges (Cornea) kollagenhaltige Strukturen enthalten.

Im Bereich der Augen werden verschiedene Beschwerden beschrieben, darunter Fremdkörpergefühl, Augenrötungen, Bindehautentzündungen, verschwommenes Sehen, verminderte Sehschärfe, Lichtempfindlichkeit, visuelle Verzerrungen sowie gelegentliche Lichtphänomene oder Schattenwahrnehmungen. Nach der hier vertretenen Auffassung könnten entzündliche Prozesse verschiedene okuläre Strukturen betreffen, einschließlich der Augenoberfläche, der Augenmuskulatur, sensibler Nervenstrukturen und der Netzhaut. Die genaue Ursache solcher Symptome bedarf jedoch stets einer augenärztlichen Abklärung.

Darüber hinaus werden zahlreiche neurologische Beschwerden beschrieben. Hierzu zählen unter anderem Parästhesien, neuropathische Schmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, chronische Erschöpfung, Kopfschmerzen, Tinnitus sowie diffuse Muskel- und Gliederschmerzen. Zusätzlich werden Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, depressive Symptome, Antriebslosigkeit und andere neuropsychiatrische Beschwerden berichtet. Aufgrund der Vielzahl möglicher Ursachen ist eine differenzialdiagnostische Abklärung solcher Symptome erforderlich.

Weiterhin werden muskuloskelettale Beschwerden wie Gelenkschmerzen, arthritische Symptome, Fibromyalgie-ähnliche Beschwerden, Muskelschwund und eine zunehmende Steifigkeit der Extremitäten beschrieben. Parallel dazu können gastrointestinale Beschwerden auftreten, darunter Durchfall, Blähungen, Refluxsymptome und andere funktionelle Verdauungsstörungen.

Zu den weiteren berichteten Symptomen gehören Lymphödeme der Beine, Thrombosen, Kurzatmigkeit sowie Herz-Kreislauf-Beschwerden bis hin zu einer verminderten Herzleistung. Im Bereich der Atemwege werden chronischer Husten, zäher Auswurf und wiederkehrende Atemwegsentzündungen beschrieben. In fortgeschrittenen Verläufen können chronische Bronchitis, Pneumonien sowie andere pulmonale Komplikationen auftreten. Als mögliche Verstärkungsfaktoren werden sekundäre bakterielle oder fungale Ko-Infektionen diskutiert.

Darüber hinaus werdenurologische Beschwerden mit Beteiligung von Blase, Nieren oder Prostata sowie strukturelle Veränderungen im Bereich der äußeren Genitalien berichtet. Nach der hier vertretenen Auffassung kann eine mögliche Ausbreitung entzündlicher Prozesse auf innere Organe zu zusätzlichen Komplikationen führen. Genannt werden unter anderem Entzündungen im Bauchraum, Beteiligungen des Blinddarms sowie neurologische Komplikationen bei Beteiligung des zentralen Nervensystems. Als potenzielle Folgen werden Meningitis, Enzephalitis, epileptische Anfälle, Schlaganfälle, kognitive Einschränkungen und demenzähnliche Symptome diskutiert.

Schließlich wird darauf hingewiesen, dass zahlreiche der beschriebenen Symptome nicht spezifisch sind und auch durch andere Infektionskrankheiten, Autoimmunerkrankungen, neurologische Erkrankungen oder chronische Entzündungsprozesse verursacht werden können. Als mögliche differenzialdiagnostische Ursachen werden verschiedene Viren, Bakterien und Pilze genannt, darunter Herpesviren, Enteroviren, das Epstein-Barr-Virus (EBV), HIV, Staphylokokken, Streptokokken, Enterobakterien, Listerien, Candida-Arten und Aspergillus-Arten. Viele dieser Erreger können Krankheitsbilder verursachen, die einzelnen Aspekten der hier beschriebenen Symptomatik ähneln.

LEIDENSWEG DER PATIENTEN: 

Die Morgellons-Erkrankung wird von Betroffenen als eine schwerwiegende und stark belastende chronische Erkrankung beschrieben, die in den USA sowie in zahlreichen weiteren Ländern dokumentiert wurde. Unabhängig von den unterschiedlichen wissenschaftlichen Auffassungen zur Ursache der Erkrankung besteht Einigkeit darüber, dass viele Betroffene einen erheblichen Leidensdruck erfahren und ihre Lebensqualität oft stark eingeschränkt ist.

Patienten berichten häufig über langjährige Krankheitsverläufe mit chronischen Hautveränderungen, neurologischen Beschwerden, Schlafstörungen, Erschöpfung, Schmerzen sowie sozialen und beruflichen Einschränkungen. Die anhaltende Symptomatik kann zu Isolation, Hoffnungslosigkeit, depressiven Verstimmungen und in schweren Fällen auch zu Suizidgedanken führen. Die psychische Belastung wird zusätzlich durch die Unsicherheit über die Ursachen der Beschwerden und die oftmals langwierige diagnostische Abklärung verstärkt.

Viele Betroffene schildern zudem einen erheblichen organisatorischen und hygienischen Aufwand im Alltag. Wiederholtes Reinigen von Kleidung, Bettwäsche und Wohnumgebung sowie die Sorge vor einer möglichen Weiterverbreitung der vermuteten Erreger können zu einer erheblichen körperlichen und psychischen Erschöpfung beitragen.

Ein häufig geäußerter Kritikpunkt von Patienten betrifft die Erfahrung, sich von medizinischen Fachpersonen nicht ausreichend ernst genommen zu fühlen. Insbesondere dann, wenn keine eindeutigen diagnostischen Befunde vorliegen, kann dies zu Frustration und einem Verlust des Vertrauens in das Gesundheitssystem führen. Gleichzeitig stehen Ärzte vor der Herausforderung, komplexe Symptome sorgfältig abzuklären und zwischen dermatologischen, infektiologischen, neurologischen, immunologischen und psychiatrischen Ursachen zu unterscheiden.

Im klinischen Alltag ist daher eine umfassende und ergebnisoffene Diagnostik von besonderer Bedeutung. Hierzu gehören dermatologische Untersuchungen, histopathologische Analysen, mikrobiologische Untersuchungen, differenzialdiagnostische Abklärungen möglicher Infektionskrankheiten sowie die Beurteilung neurologischer, immunologischer und internistischer Begleiterkrankungen. Bei unklaren oder komplexen Verläufen kann eine Vorstellung bei spezialisierten Zentren oder Fachärzten für Infektiologie, Dermatologie, Neurologie oder Immunologie sinnvoll sein.

Darüber hinaus berichten viele Patienten, dass Stress, Schlafmangel und psychische Belastungen ihre Beschwerden verstärken können. Aus diesem Grund werden Maßnahmen zur Stabilisierung des psychischen Wohlbefindens, zur Verbesserung der Schlafqualität und zur Reduktion chronischer Stressbelastungen häufig als unterstützende Bestandteile eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes betrachtet. Hierzu können sowohl nichtmedikamentöse Verfahren als auch – je nach individueller Situation – psychotherapeutische oder medikamentöse Behandlungsansätze gehören.

Die allgemeine Auffassung sollte sein, die diagnostische und therapeutische Bewertung primär anhand des gesamten klinischen Erscheinungsbildes erfolgen zu lassen. Gleichzeitig wird betont, dass wissenschaftlich belastbare Diagnosen auf reproduzierbaren Befunden, objektiven Untersuchungen und einer sorgfältigen differenzialdiagnostischen Abklärung beruhen müssen. Ziel sollte es sein, die Beschwerden der Betroffenen ernst zu nehmen, mögliche Ursachen umfassend zu untersuchen und eine individuelle, evidenzbasierte Behandlung zu ermöglichen.









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